Gastprofessur

Vom Wintersemester 2006/07 bis zum Wintersemester 2008/09 lehrte Dr. Sonja Beeck als Gastprofessorin für das Fach Stadt und Landschaft am Institut für Städtebau und Raumplanung. 

Ihre immer im Wintersemester gehaltene Vorlesung samt praktischer Übung hatte den Titel "Landschaft in der Stadt - Struktur, Kultur, Ökonomie und Ökologie im Kontext von Schrumpfung und Wachstum"

 

Ausgehend davon, dass in anderen Jahrhunderten Stadt und Landschaft konkurrierende Systeme waren, ist heute die Planung von Stadt vielerorts ohne die Betrachtung der Landschaft nicht mehr denkbar. Die zentrale Frage der Vorlesungsreihe lautet: “Inwiefern ist  Landschaftsentwicklung integraler Bestandteil für die Stadtentwicklung?“ Diese Frage auf vier Ebenen: Struktur, Kultur, Ökonomie und Ökologie, beleuchtet werden. Dabei werden zu den vier Themen praxisnahe  Beispiele vorgestellt. Bei der Auswahl der Beispiele steht jeweils eine schrumpfende Stadt aus der IBA Stadtumbau 2010 in Sachsen-Anhalt im Mittelpunkt, denn gerade im Kontext der „Rückwärtsbewegung“ bekommt die Arbeit an und mit der Landschaft eine besondere Bedeutung.  Jedes Thema wird jedoch mit wachsenden Städten und Regionen unter anderem Rio Janeiro gegengelesen.

Ebene 1_Die Landschaft als strukturelles Rückgrat der Stadt _Morphologie
Immer öfter wird die Landschaft, gerade bei der Neugründung oder Schrumpfung von Städten, zum strukturellen Element der neuen Formatierung.

Ebene 2_Die Landschaft als kulturelles Rückgrat der Stadt _Wahrnehmung und Identität
Der Bezug zur Landschaft als kulturelle Dimension in der Zusammenschau mit Architektur und Städtebau trägt maßgeblich zur Konstruktion des Spezifischen in einer Stadt bei. Es geht bei diesem Termin um Wahrnehmung, den schwierigen Begriff der Identität und um Standortmarketing. 

Ebene 3_Die Landschaft als ökonomisches Rückgrat der Stadt _ Agrar-, Tourismus- und Energiewirtschaft
Erlebnisgesellschaft, Sport und Freizeitverhalten prägen Stadt und Landschaft und werden in der postindustriellen Zeit zu einer ökonomischen Größe.  Die touristische Vermarktung neben der agrarischen und der Energiewirtschaftlichen Nutzung der Landschaft sind für die ökonomische Perspektive vieler Städte grundlegend.

Ebene 4_Die Landschaft als ökologisches Rückgrat der Stadt _Flächenmanagement und Energie
Der Umbau von Städten und Landschaft findet immer mehr unter ökologischen Gesichtspunkten statt. Hierbei sind Flächenmanagement und die Erschließung erneuerbarer  Energien besonders zu beachten. Das hat Konsequenzen im Spektrum der politischen Entscheidungen bis zu den Details der Architektur.